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Es ist eine Tatsache, dass Vogelbehausungen nie zu gross, oft aber zu klein sind. Ein Käfig soll es dem Vogel wenigstens ermöglichen, eine kurze Strecke von Ast zu Ast fliegen zu können, ohne dabei mit den Flügeln anzustossen. Diese Voraussetzungen erfüllen nur (Zimmer-)Volieren (Voliere = Flugraum) in idealer Weise. Masse von etwa 120 H x 100 B x 60 T cm sind als unterste Grenze für einen Agapornidenkäfig zu betrachten, in  dem ein, maximal zwei Pärchen leben sollen. Volieren sind im Fachhandel erhältlich oder, mit etwas Geschick, selbst zu bauen. Da Agaporniden wie alle Vögel gerne nagen und knabbern und sehr kräftige Schnäbel haben, muss die Behausung stabil sein: am besten eignen sich Aluminiumprofile bespannt mit mindestens 1 mm starkem Drahtgeflecht (unbeschichtet) ohne vorstehende Kanten und Leisten.

Die Inneneinrichtung des Käfigs
Die Inneneinrichtung des Käfigs sollte aus Naturzweigen (z.B. Weide, Birke, Ahorn, Eiche, Linde, Obstbäume) als Sitzstangen bestehen, die mindestens einmal pro Woche erneuert werden müssen. Naturzweige sorgen durch ihre unterschiedlichen Dicken für Fussgymnastik, sind gesund für den Bewegungsapparat und sorgen für ausreichende Beschäftigung. Es gibt allerdings auch giftige Bäume und Sträucher, aufgelistet sind sie in der Datenbank der Veterinärmedizinischen Fakultät der Uni Zürich.
In einen Käfig gehören mehrere Futter- bzw. Wassernäpfe (am besten aus Edelstahl) und eine Badegelegenheit. Ideal ist eine Futterschublade oder ein Futterdrehtisch, welche von aussen zu bedienen sind und ungewolltes Entweichen der Tiere verhindern.
Als Badegelegenheit nimmt man, je nach Käfiggegebenheiten, ein herkömmliches Badehäuschen oder eine flache Tonschale. Viele Vögel lieben es, mit einer Blumenspritze abgeduscht zu werden, oder sich in einem nassen Salatblatt zu baden.
Anstelle von Nistkästen, ist es sinnvoll den Vögeln sogenannte Schlafkästen als Ruheplätze zur Verfügung zu stellen. Diese Schlafkästen unterscheiden sich von Nistkästen dadurch, dass sie eine komplett offene Vorderfront besitzen; sie sind nicht dazu gedacht, die Vögel zur Brut anzuregen. Ihre Bedeutung liegt darin, daß die Vögel einen sicheren Platz haben, an den sie sich zurückziehen und an dem sie schlafen können. Es kommt so nicht mehr vor, dass die Tiere nachts orientierungslos am Käfiggitter hängen. Es sollten mehr Schlafplätze als Paare in einer Voliere vorhanden sein, um Streitigkeiten und Rangordnungskämpfe zu vermeiden.                

Der richtige Standort:
Unzertrennliche sind, wie alle Vögel, durchweg tagaktiv, sie sollten Helligkeit und Sonnenlicht keinesfalls missen. Direkte Sonneneinstrahlung ist jedoch zu vermeiden. Der Käfig soll in einer ruhigen Ecke des Raumes, am besten in Fensternähe postiert werden, so dass die Tiere vor Zugluft und vor Störungen durch Menschen sicher sind. Es ist daher auch wichtig, dass sich die höchste Sitzstange im Käfig etwas über der Augenhöhe des grössten Familienmitgliedes befindet. Tabakrauch, Kochdunst sowie die unmittelbare Nähe eines Fernsehgerätes sind unbedingt zu vermeiden. Abends ist durch eine über den Käfig gebreitete Decke dafür zu sorgen, dass die Vögel nicht zu lange den Lichtreizen ausgesetzt sind und auf jeden Fall zu einer etwa zehnstündigen Nachtruhe kommen.
Für Tiere die ausschliesslich in der Wohnung gehalten werden, besteht die Möglichkeit, durch sogenannte Tageslichtlampen  das Spektrum des natürlichen Sonnenlichts zur Verfügung zu stellen. Auf diese Art und Weise erhalten die Vögel u. a. auch den Ultraviolettbereich des Lichtes. UV-Strahlen sind zum einen wichtig für den Knochenbau der Tiere, zum anderen ist die Sehfähigkeit von Vögeln anders als die des Menschen: ihre Wahrnehmung ist im Tageslichtspektrum eine andere als bei gewöhnlichem Kunstlicht. Alle "Neon"lampen -d. h. auch die Tageslichtlampen, benötigen Vorschaltgeräte, die die Frequenz der Neonlampen steigern, so dassihr Flackern nicht mehr vom Vogelauge wahrgenommen werden kann. Unabhängig von der Volierengrösse sollten die Vögel regelmässig Freiflug im Zimmer bekommen, allerdings nur unter Aufsicht, denn es gibt viele Gefahrenquellen.

 

Welser Zoo / Markus Welser ©Copyright 2005
24.04.2008