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 Futterhändler       


Vor mehreren hundert Jahren entdeckten Bauern in der Gegend von Yamakoshi einen roten Karpfen, der in einem Teich unter vielen anderen schwarzen Karpfen schwamm, die die Bauern zur Sicherung ihrer Ernährung züchteten. Durch selektive Züchtung in all den Jahren gelang es den Züchtern, die uns heute bekannten 100 namentlich zu definierenden Varianten des Koi hervorzubringen.

Kois können eine Länge von bis zu einem Meter erreichen (in unserem europäischen Klima bis zu 70 cm). Eine Lebenserwartung von 60 Jahren ist nicht ungewöhnlich. Ihre Verwandtschaft zu den Karpfen zeigt sich an den Barteln der Oberlippe, die sie auch dadurch von den Goldfischen unterscheidet.


Heutzutage werden Kois nicht nur an ihrem Ursprungsort Niigita, sondern in ganz Japan und schwerpunktmäßig auch in Israel gezüchtet. Der Koi ist auf dem Wege, weltweite Popularität als beliebtester Gartenteichfisch zu gewinnen. Die Entwicklung der Koizucht in Japan ist der Grund dafür, daß die Sprache des Nigishigoi weltweit Japanisch ist. Japanisch werden nicht nur die verschiedenen Rassen benannt, sondern auch die verschiedenen Farben und Formen.

In China waren Farbkarpfen schon vor 2500 Jahren bekannt.
Sie entstanden bei der Flusskarpfenzucht, die bereits im 11. Jahrhundert v. Chr. eine große Tradition hatte, denn China ist das älteste Fischzuchtland. Schon vor mehr als 2400 Jahren zwischen 750 und 450 v.Ch entstand das 1. Fischzuchtbuch. Diese wurden als Zierfische in Teiche gehalten und gepflegt, denn die Chinesen fürchteten sich, solche farbigen Fische zu essen. Später sind in China die Goldfische in den Vordergrund getreten und die Farbkarpfen wurden
vergessen.

Als Ursprungsland der Koi wird häufig Japan genannt, obwohl sicher ist, dass durch die Verbreitung des Buddhismus, außer Karpfen, auch Farbkarpfen nach Japan kamen. Nicht nur Goldfische, sondern auch Koi wurden nach Japan exportiert. Im japanischen bedeutet Koi Karpfen. Die intensive Züchtung wird erst seit etwa 100 Jahren betrieben. Deshalb, und weil man versuchte durch Kreuzungen immer mehr neue Variationen herauszubringen, gibt es wahrscheinlich bis heute noch keinen reinerbigen Koistamm. Aus den normalen Wildkarpfen, japanisch Magoi, entstanden in Japan in etwa 200 Jahren eine Unmenge Zuchtformen durch Mutationen und Kreuzungen, die man heute in aller Welt mit japanischen Namen bezeichnet, und die bei immer mehr werdenden Liebhabern sehr begehrt sind. Man unterscheidet heute über 100 verschiedene Grundzuchtformen von Koi, die sich durch Kombinationen mit einigen Merkmalen, wie Glanzschuppen oder Doitsu-Beschuppung vervielfachen. Die Anzahl der Zuchtformen nimmt ständig zu. Um manche Zuchtformen zu unterscheiden, braucht man ein "gutes Auge". Der Koi ist inzwischen der beliebteste, attraktivste, aber auch teuerste Teichfisch der Welt geworden. Seine Bezeichnung als König der Gartenteiche ist deshalb nicht abwegig.

Das Wort Nishikigoi kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „bunter Karpfen“, durchgesetzt hat sich jedoch die Kurzform „Koi“ – dabei sind die schönen Fische gar keine echten Japaner. Vielmehr nimmt man als ihren Herkunftsort Ostasien, das Schwarze und Kaspische Meer, den Aralsee und China an. Es gibt aber auch Überlieferungen, die den Ursprung des Koi im Iran vermuten, von wo aus er erst später nach Asien gelangte. 

 

Welser Zoo / Markus Welser ©Copyright 2005
11.02.2010